Haschisch Öle und Konzentrate

Cannabis-Konzentrate werden bereits seit vielen Tausend Jahren vom Menschen benutzt. Ur-sprünglich wurden die Harzkristalle von wild wachsenden Cannabispflanzen zusammengetragen, um die darin enthaltenen Wirkstoffe zu konzentrieren und sie damit für den Einsatz als psychoaktive Substanz überhaupt erst interessant zu machen. So reiben bis heute die indischen Sadhus das Harz mit ihren Händen von den Blüten und Blättern, formen daraus kleine Kugeln und nennen es „Charras". Dieses nicht sehr reine „Konzentrat", besser bekannt unter dem Sammelbegriff „Haschisch", war lange Zeit das vorrangig konsumierte Cannabisprodukt. Die Methode der Sadhus ist eine mühsame Prozedur, für die sich nicht jeder die Zeit nehmen kann. Schneller geht es definitiv mit den modernen Extraktionsverfahren: Mit Lösungsmitteln wie Alkohol oder Butan (Öle, Wax, Budder), oder lösungsmittelfrei mit Pollinator oder Ice-O-Lator (Waterhash, Skuff). Worin die Unterschiede, die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Herstellungsmethoden und Arten von Konzentraten liegen — und was es mit dem „Dabben" auf sich hat — erfahrt ihr in diesem Artikel.

In den letzten zehn Jahren haben die I Herstellung und der Konsum von Cannabis-Konzentraten wieder an Popularität gewonnen. In den Neunzigern stand Marijuana im Fokus der meisten Konsu-menten, für Haschisch und Öle haben sich meist nur die Alt-Hippies interessiert. In den USA hat sich durch die medizinische Verwendung von Cannabis mittlerweile ein ganz neuer Konsumentenkreis gebildet: Menschen, die Cannabis nicht zu sich nehmen, weil sie es wollen, sondern weil sie es müssen.
Nicht selten stellen die Wirkstoffe des Cannabis eine gute Möglichkeit dar, selbst heftige Krankheiten zu behandeln. Um dabei eine Wirkung erzielen zu können, sind teilweise Wirkstoffdosen nötig, die sich nicht so einfach mal rauchen oder gar essen lassen. Die Verwendung von hoch konzentrierten Cannabisprodukten hat sich als Alternative bewährt: Sie sind relativ einfach, unkompliziert und schnell in der Anwendung, lassen sich verhält-nismäßig gut dosieren und sind relativ lungenschonend, da nur kleine Mengen Rauch inhaliert werden müssen.
Damit wären wir bereits beim Dabben. Als dabben bezeichnet man eine neuartige Form des Konzentrat-Konsums, die gerade aus den USA nach Europa schwappt. Das wesentliche Utensil beim Dabben ist eine Art Metallnagel. Mit einem Gasbrenner wird der Nagel dann rotglühend erhitzt. An den erhitzten Nagel wird nun vorsichtig ein Metallstab gehalten, an dessen Spitze etwas Öl oder Wax o. ä. klebt. Sobald das Konzentrat das glühende Metall berührt, verdampft es. Der aufsteigende Cannabisrauch wird direkt mit einem Glasröhrchen eingesaugt. Das Ganze sieht dann aus, als würde man Crack rauchen. Nicht nur deshalb gibt es mittlerweile spezielle DAB-Einsätze für normale Glasbongs. Auch spezielle Da-bbing-Pfeifen erobern nun den amerika-nischen Paraphernalienmarkt. Da beim Dabbing mit sehr hohen Temperaturen gearbeitet wird, steigt die Gefahr, dass gesundheitsschädliche Stoffe entstehen, die inhaliert werden. Insbesondere beim medizinischen Einsatz ist das in unseren Augen nicht wirklich optimal. Vaporizer, die Cannabiskonzentrate mittels einem speziellen Schwamm auf gerade mal 180 Grad erhitzen, sollten da eine bessere Al-ternative sein. Wer aufs Dabben trotzdem nicht verzichte möchte, sollte sich dann aber bitte eine Dabbing-Pfeife oder einen Dabbing-Einsatz für Glasbongs kaufen, die aus einem unbedenklichen Material bestehen (wie Edelstahl oder Titan).
Konzentrate mit Lösungsmitteln hanf forum
Zum Thema Konzentrate aus Lösungsmittel hatten wir in der redAktion einige Diskussionen zu führen, da hier unsere Meinungen unterschiedlich sind. Auf der einen Seite finden wir es wichtig zu in-formieren, und das möglichst komplett. Andererseits macht es kein gutes Gefühl, über etwas schreiben zu müssen, dem man als Autor sehr kritisch und eher ab-lehnend gegenübersteht. Wir haben in den letzten Wochen mit vielen Leuten über die Konzentratherstellung mit Hilfe von Lö-sungsmitteln gesprochen. Die Meinungen darüber sind teilweise unterschiedlich, viele unserer Gesprächspartner sehen wie wir die Verwendung von Lösungsmittel zur Herstellung eines Cannabiskonzentrats als nicht unbedenklich an.
Konzentrate mit chemischen Lösungsmitteln
Hash-Öl/ Honey Öl
Wax
Shatter / Glas
Erl
Jellyhash
Budder / Budda
Doch wo ist das Problem?
R
eines, hochwertiges Öl, wegen der goldgelben Farbe auch als „HoneyOil" bekannt, „Jellyhash" und „Shatter" gehören zu den speziellsten und stärksten Produkten, die aus Cannabis hergestellt werden können. Das Problem beginnt dort, wo die Qualität des Endprodukts nachlässt.
Als Lösungsmittel werden die unter-schiedlichsten Substanzen einge-setzt. Von Alkohol über Butangas bis hin zu Petrolether. Sie alle bergen mehr oder weniger große Gefahrenpotentiale. Ob bei der Anwendung und Lagerung der Lö-sungsmittel oder als giftige Inhaltsstoffe im Endprodukt. So gibt es bislang keine hundertprozentig sichere Methode, die Lösungsmittel rückstandsfrei aus den Konzentraten zu entfernen — was ein Restrisiko für die Gesundheit beim Konsum darstellt. Darüber hinaus können die Lösungsmittel bei unsachgemäßer Anwendung und Lagerung Schäden verursachen und sogar zu Explosionen führen.
Die Gefährlichkeit von Konzentraten und Extrakten beginnt also bei der Herstellung — die je nach verwendetem Lösungsmittel mehr oder weniger hoch ausfällt und kann sogar andauern, nachdem es konsumiert wurde. Es besteht die Gefahr, dass schädliche Stoffe aus dem Lösungsmittel mit dem Rauch direkt in die Lunge des Konsumenten gelangen. Hier können sie bereits Probleme verursachen. Es besteht darüber hinaus die Gefahr, dass die Stoffe über den Blutkreislauf auch lebenswichtige Organe erreichen. Und dort können sie besonders viel Schaden anrichten.
Erst vor wenigen Wochen erzählte uns ein Bekannter, dass er „Shatter" mit einem Extraktor und Butangas hergestellt hätte. Es habe anfangs alles gut geklappt, so erzählte er uns, doch als es darum ging, das Gas vom Öl zu trennen, war er offenbar zu ungeduldig gewesen. Dabei habe er selbst das Gefühl gehabt, lange genug gewartet zu haben. Immerhin habe der Topf mit dem Öl einen Tag lang in einem Wasserbad auf der Heizung gestanden. Wie auch immer, er rauchte etwa zehn Mal davon, im-mer pur und auch nur geringe Men-gen. Doch plötzlich hatte er das Ge-fühl, Probleme mit den Bronchien zu bekommen. Sein Arzt stellte an-schließend sogar eine Bronchitis fest. Ob und wie das ganze tatsächlich mit dem Rauchen von mit Butangas verunreinigtem Öl zusammen hängt, lässt sich schwer feststellen. Unser Bekannter war jedenfalls fest der Meinung, dass sei in einem Zusammenhang wie diesem, eine durchaus angebrachte Warnung.
Um bei der Konzentratherstellung mit Lösungsmittel alles richtig zu machen, muss einiges beachtet werden. Erfahrungen und/oder Wissen im Umgang mit nicht ungefährlichen Lösungsmitteln sind überaus wichtig. Zudem sind die örtlichen Gegebenheiten von Belang, am Besten eignet sich dafür ein entsprechend eingerichtetes Labor. Die benötigten Apparaturen, Messgeräte und Schutzvorrichtungen sollten ebenfalls vorhanden sein. Am Ende bleibt noch die Herausforderung, dass Lösungsmittel wieder aus dem Öl heraus zu bekommen. Doch genau an dieser Aufgabe scheitern viele.
Um wirklich auf Nummer sicher zu gehen, dass keine Lösungs-mittelreste im Konzentrat zurück-bleiben, ist die einfachste und zu-verlässigste Methode: erst gar keine chemische Lösungsmittel verwenden!
Das bringt uns zur Konzentratherstellung ohne den Einsatz von Lösungsmitteln.
Konzentrate ohne Lösungsmittel
Als Konzentrat, welches ohne die Verwendung eines chemischen Lösungsmittels hergestellt wurde, kann im Prinzip jede traditionelle Haschischsorte bezeichnet werden. Die Haschischsorten werden meist hergestellt, indem die getrockneten Pflanzen auf ein Sieb geschlagen werden (marokkanisches Haschisch u. a.) und seltener indem das Harz mühsam von den Pflanzen gerieben wird (indisches Charras). In allen Fällen werden die wirkstoffhaltigen Harzkristalle mechanisch von den Blüten und Blättern getrennt. Ein Lösungsmittel kommt hierbei nicht zum Einsatz (vielleicht maximal etwas Öl zum Reinigen der Hände der Arbeiter).
Etwas einfacher und oft in höherer höherer Qualität lassen sich Konzentrate wie Skuff und Waterhash herstellen. Dafür wurden in den Neunziger Jahren spezielle Apparaturen entwickelt. Zum Beispiel unter Namen wie Pollinator und Ice-0-Lator von der Pollinator Company, die den meisten Hanffreunden bereits be-kannt sein sollten.
Beim Pollinator handelt es sich um eine Siebtrommel, in die trockenes Cannabis gefüllt wird. Meist werden nicht die Blüten, sondern Schneidereste einer Ernte verwendet. Anschließend dreht sich die Trommel für einige Minuten und die Pflanzenteile reiben aneinander. Dadurch brechen die Harzkristalle ab und werden von den Pflanzenteilen getrennt. Nur die feinen Harzkristalle sollten durch das engmaschige Sieb fallen und können aufgefangen und zu Haschischplatten
gepresst werden (= Skuff oder Nederhash genannt). Das Ganze sollte in möglichst kühler Umgebung geschehen.
Mit einem Pollinator lassen sich auch größere Mengen von Pflanzenmaterial zu Haschisch verarbeiten. Ursprünglich wurde diese Methode entwickelt, um Erntereste wie größere Blätter und kleine Blüten, die bisher entsorgt wurden, nutzen zu können. Lässt man das Gerät zu lange drehen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass feines Pflanzenmaterial durch das Sieb fällt und das Harzpulver verunreinigt wird. Reines Harzpulver ist von bräunlicher Farbe. Durch die Pflanzenteile wird es immer grünlicher. Dadurch nimmt die Qualität deutlich ab, denn der Geschmack wird schlechter und die Wirkstoffkonzentration wird verdünnt und sinkt.
Damit möglichst wenig Pflanzenmaterial im Haschisch landet, wurde der Ice-O-Lator entwickelt. Anders als beim Pollinator wird hierbei mit eiskaltem Wasser gearbeitet. Das kalte Wasser hilft dabei, die Harzkristalle erstarren zu lassen, damit sie leichter abbrechen. Auch beim Ice-O-Lator ist es ein mechanischer Prozess, der zum Trennen des Harzes von den Pflanzenteilen genutzt wird. Dazu werden Eis, Eiswasser und Pflanzenmaterial in eine Art kleiner Waschmaschine gegeben, die die mechanische Arbeit verrichtet, in dem sie das Eiswasser-Pflanzen-Gemisch gut durchrührt (Eimer und Quirl tun's auch).
Nach einigen Minuten wird der Inhalt der Waschmaschine durch mehrere Siebe mit unterschiedlichen Maschengrößen geschüttet. Im obersten Sieb bleiben die groben Pflanzen-teile zurück, die entsorgt werden. In den darunter liegenden Sieben sammeln sich die Harzkristalle nach Größe. Die brauchen nur noch getrocknet und können dann gelagert oder konsumiert werden. Übrigens sind die Trichome von Indoorpflanzen in der Regel größer als die von Outdoorpflanzen, was bei der Maschengröße der verwendeten Siebe berücksichtigt werden sollte.
n der nächsten Ausgabe werden wir uns genauer mit den di versen Sorten von Konzentraten beschäftigen. Wir werden klären, was der Unterschied zwischen Wax, Hash-Öl und Budder ist. Und warum der Konsum von Waterhash weniger risikoreich als der von Shatter ist. Zu dem erfahrt ihr, welche Lösungsmittel besonders problematisch sind.

Haschisch Öle und Konzentrate
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